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Bicentenario

Im Rahmen des Bicentenarios, der 200- Jährigen Unabhängigkeitsfeier Perus - haben wir Euch eine ganz besondere Podcast-Folge aufgenommen!
Wir sprechen in Folge 11, mit dem Botschafter der Republik Peru Herrn Elmer Schialer, aus Berlin.

Was ist bedeutet "Bicentenario" überhaupt und warum ist es so wichtig für Peru?
Dies und viele andere spannenden Fragen haben wir dem Botschafter gestellt.

Hier findet Ihr eine kleine Zusammenfassung zum Thema und weiterführende Informationen zu den Themen die wir im Podcast angesprochen haben.

 

Was ist das "Bicentenario"?



Die Zweihundertjahrfeier ist die Erinnerung an den 200. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung Perus durch General José de San Martín im Juli 1821. Der wichtigste Tag der Gedenkfeier ist der 28. Juli, der Nationalfeiertag Perus.
Die Bedeutung der Zweihundertjahrfeier besteht nicht nur darin, all der Frauen und Männer zu gedenken, die mit verschiedenen Aktionen für die Unabhängigkeit Perus gekämpft haben, sondern es ist auch eine Gelegenheit, darüber nachzudenken, was in Peru getan wurde und was noch getan werden muss, um weiter zu wachsen und das Land weiter zu entwickeln. Vor allem aber, ist es eine Chance in den Dialog zu gehen: gemeinsam über das Land nachdenken, reflektieren und herausfinden wie das Land weiter aufgebaut werden soll um dann entsprechende Maßnahmen einleiten zu können.

Die 6 Grundsäulen, die im Rahmen des "Bicentenarios" ausgearbeitet wurden, sollen Basis für die weitere Entwicklung des Landes darstellen:
- Integrität
- Chancengleichheit
- Dialog und Versöhnung
- Nachhaltigkeit
- Integration und Wettbewerbsfähigkeit
- Identität und Vielfalt

 

 

Erinnern an wichtige Persönlichkeiten Perus, im Rahmen des "Bicentenarios"
Am Ende der Folge haben wir den Botschafter gefragt, mit wem er gerne die 200-Jahrfeier zelebrieren würde, wenn er sich 5 Personen aussuchen könnte. Der Auswahl der Persönlichkeiten wurden keine Grenzen gesetzt, es durften also auch geschichtsträchtige Figuren und Helden dabei sein!

Hier wollen wir Euch mehr über die Persönlichkeiten erzählen:

 

Alexander von Humboldt - Wissenschaftler, Weltvermesser, Universalgenie (1769 -1859)


In Berlin geboren, in Frankfurt an der Oder studiert, im staatlichen Bergbau als verbeamteter Assessor gearbeitet – bis 1796 deutete nichts darauf hin, dass Humboldt einmal von seinen Zeitgenossen als der bekannteste Mann der Welt nach Napoleon bezeichnet würde. Doch dann schied er aus dem Staatsdienst aus – er hatte geerbt – und widmete sich ausschließlich der Forschung. Von 1799 bis 1804 reiste er durch Lateinamerika. In diese Zeit fallen drei große Expeditionen, unter anderem die Besteigung des Vulkans Chimborazo mit 6.310 Metern. Zurück in Europa lebte er in Paris und Berlin. 1829 folgte noch eine mehrmonatige Russlandreise, bis er endgültig nach Preußen zurückkehrte – als Wissenschaftler, aber zeitweilig auch als Diplomat im Auftrag des preußischen Königs.
(Quelle: Zehn Fakten zu Alexander von Humboldt - Goethe-Institut Peru)

„Die gefährlichste alle Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben“, so lautete die Devise des 1769 in Berlin geborenen Humboldt, der bis heute zu den bekanntesten Naturforschern und Entdeckern weltweit zählt. Ursprünglich wollte er sich mit seinen Reisen Anfang des 19. Jahrhunderts Mexiko und den Philippinen zuwenden, doch schließlich führte in seine Reise nach Peru.
Nach der beschwerlichen Überquerung der Anden erreichte die Expedition den Oberlauf des Marañón im Quellgebiet des Amazonas. Der Zauber dieser exotischen Region, den Humboldt während seiner Reise verspürte, zieht auch heute die Besucher in seinen Bann. Zurück im Andenhochland erreichte Humboldt bald die Stadt und gleichnamige Provinz Cajamarca im Norden Perus mit ihren alten Inkastätten. Beim Anblick der lokalen Architektur zeigte sich Humboldt sichtlich begeistert von der Kunstfertigkeit der Erbauer. In der kolonialen Stadt Cajamarca fand er die Überreste eines Palastes des Inka-Königs Atahualpas vor, dem letzten Herrscher des Inkareichs. Die Geschichtsträchtigkeit der Stadt ist auch heute noch zu spüren.
Nach dem Abstieg von den Anden kam Humboldt am 23. Oktober 1802 schließlich in Lima an. Dort studierte er die kalte Meeresströmung entlang der peruanischen Pazifikküste, welche heute als „Humboldt-Strom“ bekannt ist.
Im nahe gelegenen Hafenvorort Callao konnte Humboldt den Durchgang des Merkur durch die Sonne beobachten und den Längengrad von Lima genauer bestimmen. Dieser diente auch als Richtwert für den ganzen südwestlichen Teil des neuen Kontinents. Die Tradition als Passierstelle für Warenimporte und -Exporte sowie die Geschichte der Festung Real Felipe, welche Kriegen und Piratenangriffen trotzte, zieht bis heute viele Besucher an.
vor allem die Wärme und Herzlichkeit der “limeños” haben Humboldt während seinem zweimonatigen Aufenthaltes überzeugt: „Ich kann sagen, ganz Lima hat uns mit sehr viel Achtung und Freundschaft behandelt.“ Und dies gilt nicht nur für Lima – schließlich ist Peru auch weit über die Hauptstadt hinaus für seine Gastfreundschaft bekannt!
(Quelle: Peru: Humboldt-Jahr 2019: Auf den Spuren von Alexander von Humboldt in Peru (lateinamerika.org))

 

 

Jorge Besadre Grohmann - Peruan (1903 - 1980)


Er wurde 1903 in Tacna als siebtes und letztes Kind der Eheleute Carlos Basadre Forero und Olga Grohmann Butler y Pividal geboren. Er begann seine Ausbildung 1908 am Lyzeum Saint Rose in Tacna. 1912 zog die Familie nach Lima. Basadre besuchte dort die Deutsche Schule und 1918 das Colegio Nacional Nuestra Señora de Guadalupe.
1919 nahm er das Studium der Geschichtswissenschaft an der Universidad Nacional Mayor de San Marcos in Lima auf. 1928 wurde er mit der Dissertation "Contribución al estudio de la revolución social y política del Perú durante la República" promoviert. Mit einer rechtsgeschichtlichen Dissertation wurde er 1935 zudem zum Dr. iur. promoviert. 1925 und 1926 war er Mitglied der peruanischen Delegation bei den Verhandlungen mit Chile, die 1929 schließlich den Tacna-Arica-Kompromiss ermöglichten.
Basadre war zweimal peruanischer Minister für Bildung und stand als Direktor der peruanischen Nationalbibliothek (Biblioteca Nacional del Perú) vor.
Basadre erschloss für all seine Büchern zunächst die einschlägigen Aktenbestände in den Archiven. Bekannt wurde er für seine umfangreichen, quellengesättigten Publikationen über die Geschichte Perus im 19. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, vor allem für seine große Historia de la República del Perú 1822–1933. Von den sechs zu seinen Lebzeiten erschienenen, von ihm stets erweiterten und überarbeiteten Ausgaben war sechste die umfassendste. Sie erschien in acht Teilen, gemäß den Epochen, in die Basadre die Geschichte Perus seit der Unabhängigkeit gliederte, und 17 Bänden.
(Quelle: Wikipedia)



Federico Kauffmann Doig - Peruanischer Anthropologe, Archäologe und Historiker


Er ist ein peruanischer Anthropologe, Archäologe und Historiker. Er leiste einen großen Beitrag zur Erforschung der Zivilisationen des antiken Perus, insbesondere zur Chavín-Kultur und zur Chachapoyas-Kultur. Er war Direktor des Kunstmuseums von Lima, Generaldirektor des Denkmal- und Kulturerbes der Nation und Direktor des Nationalen Museums für Anthropologie, Archäologie und Geschichte Perus. Er war auch Dozent an der Universität und Autor zahlreicher archäologischer und historischer Werke.
Er ist Autor zahlreicher Bücher und Monographien in verschiedenen Sprachen. Besonders hervorzuheben ist sein ständiges Anliegen, archäologische und wissenschaftliche Informationen in einer verständlichen und visuellen Sprache zu verbreiten, in der Fotografien und Illustrationen reichlich vorhanden sind. Auf Einladung des Weisen Mircea Eliade nahm er an der Herausgabe seiner Enzyklopädie der Religion mit einer Studie über die Spiritualität der Anden teil.
Er hat viele wissenschaftliche Beiträge geleistet, wobei er seine Theorie über die Entwicklung der Andenzivilisation als Folge des Ungleichgewichts hervorhebt, das durch das ständige Bevölkerungswachstum und den Mangel an für den Anbau geeignetem Boden sowie die verheerenden Auswirkungen des El-Niño-Phänomens verursacht wird.
Im Jahr 2006 ernannte die Regierung von Alan García Pérez, Kauffmann zum Botschafter Perus in der Bundesrepublik Deutschland, ein Amt, das er bis 2009 innehatte.
(Quelle: Federico Kauffmann Doig - Wikipedia, la enciclopedia libre)

 

 

Dr. Juliane Diller geb. Koepcke - Deutsch-Peruanische Biologin

Die geborene Koepcke kam 1954 in Lima zur Welt und wuchs in Peru auf. 1968 begleitete sie ihre Eltern in den Tieflandregenwald auf die biologische Station “Panguana”, wo diese den damals noch kaum bekannten Urwald erforschten. Nach dem frühen Tod ihrer Mutter durch einen Flugzeugabsturz im peruanischen Dschungel am Heiligabend 1971, den sie selbst als Einzige überlebte, zog sie 1972 nach Deutschland, beendete die Schule und studierte in Kiel und München Biologie. Die Feldstudien für ihre Diplomarbeit über Tagschmetterlinge und ihre Dissertation über Fledermäuse führte sie in Panguana durch (siehe Publikationen). 2000 übernahm sie nach dem Tod ihres Vaters die Leitung der Station und organisiert heute regelmäßig Forschungsexpeditionen dorthin. Juliane Diller arbeitet seit 1989 an der Zoologischen Staatssammlung München (ZSM), wo sie die große Fachbibliothek leitet und stellvertretende Direktorin ist. Sie lebt mit ihrem Mann seit über 30 Jahren in der Nähe von München.

Das Buch „Als ich vom Himmel fiel” erschien 2011 bei Piper, genau 40 Jahre nach dem Unglück. Danach wurde es mehrere Sprachen übersetzt und in London und New York auch persönlich von der Autorin vorgestellt. 2014 präsentierte Juliane Diller die spanische Ausgabe in Lima (Peru).
27 Jahre nach dem Unfall drehte der Regisseur Werner Herzog am Absturzort mit Juliane Diller den Dokumentarfilm „Schwingen der Hoffnung“ („Wings of Hope“). 40 Jahre nach den traumatischen Erlebnissen veröffentlichte sie unter ihrem Mädchennamen Koepcke  das Buch „Als ich vom Himmel fiel“, das in mehrere Sprachen übersetzt wurde.

Die folgende Ankündigung einer Lesung von Juliane Diller in Karlsruhe 2013 beschreibt die damaligen Geschehnisse sehr treffend  (mit freundlicher Genehmigung von Dr. Robert Trusch, Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe):
"Als Juliane Koepcke am Heiligabend 1971 über dem peruanischen Urwald abstürzt und als Einzige überlebt, liegt eine Kindheit in der Natur hinter ihr, denn ihre Eltern, passionierte Forscher, nahmen sie so oft wie möglich mit auf ihre Expeditionen durch ganz Peru. 1968 gründeten sie mitten im unberührten Primärregenwald Amazoniens die biologische Forschungsstation Panguana, auf der Juliane vor dem tragischen Unglück eineinhalb Jahre lebte. In jener Zeit erlernt sie die Gesetze des Regenwaldes, bald erkennt sie die meisten Tierstimmen, weiß, von welchen Tieren Gefahr droht und wie man sich im Dschungel orientiert. Nach dem Flugzeugabsturz rettet ihr dieses Wissen das Leben. Elf Tage schlägt sich das 17-jährige, verletzte Mädchen durch den Urwald, nur mit einer Handvoll Bonbons in der Tasche, bis sie von Holzfällern gerettet wird. Heute, vier Jahrzehnte später, findet Juliane Koepcke die Kraft, von dem Wunder ihres Überlebens zu erzählen. Und davon, wie sie als Biologin und Umweltschützerin hilft, das Areal von Panguana im Herzen des peruanischen Regenwaldes zu bewahren. Der Filmemacher Werner Herzog drehte mit Juliane Koepcke im Jahr 1998 an der Stätte des Unglücks und in Panguana den Dokumentarfilm „Schwingen der Hoffnung“. Gemeinsam mit ihrem Mann leitet die promovierte Biologin heute die Forschungsstation ihrer Eltern und kehrt jedes Jahr nach Peru zurück."
(Quelle:Juliane Diller | Panguana)




Prof. Dr. Peter Kaulick - Forscher, Archäologe und Professor an der PUCP

Er ist ein deutscher Archäologe, der in Peru ansässig ist. Er ist einer der führenden Spezialisten der präkeramischen Phase des alten Peru. Gründungsprofessor für Archäologie an der Päpstlichen Katholischen Universität Peru (PUCP). Promotion in Anthropologie und Archäologie an der Universität Bonn, Deutschland. Professor für Archäologie, Fakultät für Geisteswissenschaften der Päpstlichen Katholischen Universität Peru, seit 1982. Gastprofessor an verschiedenen Instituten, Universitäten und Museen in Deutschland, Kanada, Chile, China, Ägypten, Spanien, den USA, Japan, Frankreich und Großbritannien. Zahlreiche archäologische Projekte in Costa Norte, Costa Central, Costa Sur, Sierra Norte und Sierra Central und Sierra Sur von Peru, seit 1971. Derzeit Co-Direktor des Projekts in Rio Grande de Nazca mit dem KAAK. Organisator des Internationalen Symposiums für Archäologie PUCP (seit 1996). Direktor des Bulletins für Archäologie PUCP (1997-2013). Verfasser von ca. 200 Artikeln und 20 Büchern (davon 9 herausgegeben) in mehreren Sprachen.
Dem langjährigen Mitglied der Kommission für Archäologie Außereuropäischer Kulturen (KAAK) Prof. Dr. Peter Kaulicke waurde am 30. Oktober 2018 in Lima, der Orden "Al Mérito por Servicios Distinguidos, en el grado Gran Oficial" verliehen. Kaulicke lehrt an der Pontificia Universidad Católica del Perú und hat an zahlreichen Projekte der KAAK in Peru mitgewirkt. Der peruanische Außenminister Néstor Popolizio Bardeles hob in seiner Laudatio vor zahlreichen nationalen und internationalen Kollegen und dem deutschen Botschafter Stefan Herzberg die außergewöhnlichen Leistungen und Verdienste Kaulickes für die peruanische Archäologie hervor.
(Quelle: Wikipedia; PETER CLAUS JÜRGEN KAULICKE (pucp.edu.pe); dainst.org)

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